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Gewürzlexikon: Muskat

von | 15. Mai 2019 | Gewürzlexikon

Der Muskatnussbaum gehört zur Familie der Muskatnussgewächse (Myristicaceae). Die Muskatnuss (der Samen des Baumes) und dessen Samenmantel Macis werden als Gewürze verwendet.
Der Name entlehnt sich dem Französischen (noix muscat), welches wiederum von mittellateinisch (nux muscata) abstammt und so viel wie „nach Moschus durftende Nuss“ bedeutet.

Der immergrüne Baum, mit einer Wuchshöhe von 5 bis 18 Meter, trägt seine Früchte unter leicht ledrigen, elliptischen Blättern, die eine Größe von 4 bis 8 cm erreichen können. Die birnenförmige, fast kugelige Frucht, mit einem Durchmesser von 8 bis 10 Zentimetern, wächst an einem 10 bis 15 Millimeter langem Stiel und besitzt eine ockergelbe bis orangefarbene Schale. Der darin befindliche rundliche Samen misst ungefähr 3 Zentimeter im Durchmesser und ist von einem rötlichen, fleischigen, ölhaltigen Samenmantel umgeben. Der Kern, als auch der Samenmantel werden als Gewürz aber auch als Droge verwendet.

Die weltweite Jahresproduktion wird auf 10-20 Tausend Tonnen pro Jahr geschätzt. Die Nachfrage soll jedoch lediglich bei 9000 Tonnen liegen.
Indonesien und Grenada dominieren die Produktion und exportieren 75 % des jährlichen Angebots. In folgenden Ländern werden ebenfalls Muskatnussbäume angebaut: Indien, Malaysia, Paqua-Neuguinea, Sri Lanka und einige karibische Inseln. Exportiert wird vor allem in die Europäische Union, die USA, sowie Japan und Indien. Singapur und die Niederlande zählen zu den Ländern, die als Importeure und Exporteure eine große Rolle spielen.

Geschichte

Es ist umstritten, ob die Nuss in der Antike bereits bekannt war. Im 6. Jahrhundert war sie in Byzanz sowie in China bekannt. Vermutlich gelangten die Früchte des Muskatnussbaumes mit den Kreuzfahrern nach Europa. Die ersten gesicherten Überlieferungen stammten von Konstantin dem Afrikaner und dem byzantinischen Arzt Simon Seth im 10. Jahrhundert. Letzterer beschrieb die Nuss als „dem Magen, der Leber und dem Herz nütze“ und warnte vor übermäßigem Verzehr.
Ab 1512 begannen die Portugiesen damit, die Muskatnuss als Handelsware von den Banda-Inseln erstmals nach Europa einzuführen. Im 16. Jahrhundert entwickelte sich die Nuss zum Gold von Ostindien. Briten, Spanier, Portugiesen und Niederländer bekriegten sich wegen der Frucht des Muskatnussbaumes. Mit dem brutalen Vorgehen der Ausrottung der Inselbewohner (ca. 15 Tausend) im Jahre 1621 durch einen niederländischen Generalgouverneur, sicherten sich die Niederländer den Muskatnuss-Monopolhandel für die nächsten 150 Jahre.
Das holländische Monopol wurde Ende des 18. Jahrhundert durch die Eroberung der Molukken durch die Engländer gebrochen, die den Anbau in Singapur, Penang, Sumatra, Sri Lanka und den westindischen Inseln einführten. Zuvor (ca. 1753) gelang es dem französischen Statthalter von Mauritius einige Muskatnussgewächse aus Niederländisch-Indien herauszuschmuggeln und mit Plantagenanbau auf Mauritius zu beginnen.

Im Kampf um das Muskatnuss-Monopol gab es ein geschichtsträchtigen Tausch. Am 18. April 1667 tauschten die Briten die kleine Insel Run im Ostindischen Archipel gegen die viel größere Insel Manhattan an der amerikanischen Ostküste ein, die bis dahin in niederländischer Hand war und weniger als 1000 Einwohner hatte. Die Insel Run, sowie die Banda-Inseln findet man heute kaum noch auf einer Karte …

In der Küche

Normalerweise verwendet man frisch geriebene Muskatnuss, da das Aroma leicht flüchtig ist. Das Gewürz wird in Kartoffelgerichten, Suppen, Eintöpfen und Feingebäck verwendet. Häufig findet es auch in Fleischgerichten wie Frikadellen und Schweinebraten seinen Einsatz. Die Muskatnuss eignet sich auch hervorragend als Gewürz für viele verschiedene Gemüsesorten, wie zum Beispiel Spinat, Blumenkohl, Erbsen, Rotkohl und Karotten.
Aus dem gelb-orangenen Fruchtfleisch wird Muskatnuss-Gelee und Muskatnuss-Sirup gekocht, der zu Pfannkuchen gegessen oder für Cocktails verwendet wird.
Auch Muskatnussöl hat eine wichtige Rolle in der Lebensmittelindustrie. Gegenüber der gemahlenen Variante, bietet das Öl verschiedene Vorteile: bessere Dosierbarkeit, bessere Haltbarkeit und keine Risiken bezüglich möglicher Aflatoxin-Kontamination. Es findet Anwendung als natürliches Geschmacksmittel in Backwaren, Getränke sowie Süßigkeiten.

Brathähnchen mit Muskatnussmarinade

  • 1 frisches Brathuhn
  • 1/2 Muskatnuss
  • 1/2 Zitrone
  • Olivenöl
  • Salz

Das frische Huhn waschen und putzen. Die Rückenmitte der Länge nach aufschneiden. Mit der Brust nach oben etwas flach drücken und sehr gut salzen. Anschließend mit frisch gemahlener Muskatnuss bestreuen und mit dem Zitronensaft und dem Olivenöl beträufeln. Das Huhn so mindestens zwei Stunden ziehen lassen und gelegentlich wenden. Die Marinade aus Salz, Öl, Zitronensaft und Muskatnuss auffangen.

Im Gasgrill kommt nun der Grillspieß zum Einsatz oder eine etwas unkonventionelle Methode falls kein Spieß vorhanden ist. Das Huhn bei ordentlicher Hitze und unter häufigem Bepinseln mit der Marinade außen kross braten.
Schlussendlich nur noch genießen!

Heilwirkung

Traditionell wird Muskatnuss als Konservierung von Speisen verwendet. Sie besitzt antiseptische und desinfizierende Wirkung. In der traditionellen indischen Medizin, wird sie gegen Durchfallerkrankungen eingesetzt. Die Wirkung wurde pharmakologisch bestätigt. Zudem wirkt sie als mildes Analgetikum. In der indischen Medizin wird die Nuss gegen männliche Potenzstörungen verabreicht.

Quelle: Wikipedia

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