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Gewürzlexikon: Knoblauch

von | 28. März 2016 | Gewürzlexikon

Knoblauch © Natika – Fotolia

Von manchen Menschen wird der charakteristische Geruch im menschlichen Atem nach dem Genuss von Knoblauch als unangenehm empfunden. Dabei gilt Knoblauch als ein sehr gesundes Lebensmittel, da es antibakterielle Eigenschaften aufweist und dabei hilft, den Körper zu entgiften.
Knoblauch wurde in Deutschland sogar zur Arzneipflanze des Jahres 1989 gewählt.

Knoblauch (Allium sativum) ist eine Pflanzenart und gehört zur Gattung Lauch (Allium) und wird als Gewürz- sowie Heilpflanze genutzt. Der Name leitet sich vom althochdeutschen Wort „klioban“ (= „spalten“) ab. Im Mittelalter nannte man daher den Knoblauch „chlobilou“ oder „chlofalauh“, bezogen auf das „gespaltene“ Aussehen seiner Zehen.
Umgangssprachliche Bezeichnungen sind Knobi, Chnobli (Schweiz), Knofi, Knowwlich oder Knofl.

Der 19. April wird von den US-Amerikanern u. a. als Tag des Knoblauch (National Garlic Day) geehrt.

Geschichte

Der Knoblauch ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Er wird bereits seit über 5.000 Jahren angebaut. Dabei waren die alten Ägypter vermutlich die Ersten, die den Knoblauch in größerem Maßstab anbauten. Für das alte Ägypten spielte der Knoblauch eine hohe Rolle in Kultur und Religion. Nicht nur als Grabbeigabe fand die tolle Knolle Verwendung, auch die Sklaven, die an dem achten Weltwunder, den Pyramiden, bauten, erhielten eine tägliche Portion, um gesund, ausdauernd und kraftvoller arbeiten zu können.

In Asien (China, Indien und Korea) war Knoblauch bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. bekannt und wurde auch für medizinische und therapeutische Zwecke verwendet. Ebenfalls die alten Griechen und Römer wussten den Energielieferanten zu schätzen. Die Athleten bei den Olympischen Spielen aßen die Knolle vor Wettkämpfen. Die Soldaten, bevor sie in die Schlacht zogen.

In die Region des heutigen Deutschlands gelangte der Knoblauch wahrscheinlich durch die Römer und wurde durch die Kultivierung in den Klöstern verbreitet.

In der Küche und zum Grillen

Im Mittelmeerraum, im Nahen Osten und in weiten Teilen Asiens genießt der Knoblauch in den Küchen einen hohen Stellenwert.
In Spanien werden in einigen Gerichten statt der Zehen auch Knoblauchsprossen bzw. Knoblauchkeime verwendet. Die grünen Sprossen besitzen einen milden, charakteristischen Geschmack und ähneln optisch feinen grünen Bohnen. Sie sind im Glas eingelegt im spanischen Handel erhältlich.

Knoblauch wirkt allgemein geschmacksverstärkend und wird deshalb zu verschiedenen Braten-, Schmor-, Fisch- oder Eintopfgerichten hinzugefügt.

Beim Anbraten darf er jedoch nicht zu braun werden, da er sonst einen bitteren Geschmack annimmt. Ein Zerdrücken des Knoblauchs (z. B. durch eine Knoblauchpresse) ist am Besten dazu geeignet, die Wirkstoffe und den Geschmack optimal aus der Knolle zu holen.
Er sollte aber nur kurz mitgekocht und anschließend ziehen gelassen werden.

Knoblauch in Marinaden verleiht Ihrem Grillfleisch erst den letzten Schliff. Oder reiben Sie das gebratene Steak im Anschluss mit einer aufgeschnittenen Zehe und Butter von allen Seiten ein und genießen Sie.

Geruch

Vor allem von Menschen, in deren traditioneller Küche wenig bis gar kein Knoblauch verwendet wird, werden die körperlichen Ausdünstungen von Menschen, die ihn gegessen haben, als störend empfunden; dagegen wird der Geruchsentwicklung in vielen Kulturen keine Bedeutung beigemessen.
Vor allem über den menschlichen Atem und über die Haut wird das enthaltene schwefelhaltige Allicin im Knoblauch ausgestoßen.

Ein Mittel, das den Geruch zu 50% reduziert, ist Milch. Ein weiteres gutes Mittel ist Chlorophyll, z. B. aus Petersilie. Auch Ingwer wird gegen Knoblauchgeruch empfohlen.

Vollständig kann der Geruch jedoch nicht neutralisiert werden, da die Geruchsstoffe teilweise auch über die Haut abgegeben werden.

Aberglaube

Als Talisman getragen, diente Knoblauch zum Schutz vor ansteckenden Krankheiten und als Abwehrmittel gegen Dämonen, Geister und Vampire. In der Magie spielte Knoblauch als Schutzmittel gegen Verhexung und zur Schadabwehr gegen den „bösen Blick“ eine große Rolle.

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