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Gewürzlexikon: Petersilie

von | 30. Mai 2016 | Gewürzlexikon

© mates - Fotolia

Petersilie © mates – Fotolia

Die Petersilie (Petroselinum crispum) ist eine zweijährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler und kommt wild wachsend im Mittelmeerraum und auf den Kanarischen Inseln vor. Die glatten oder krausen Blätter ihrer Zuchtformen gehören in Europa und im gesamten Mittelmeerraum zu den verbreitetsten Küchenkräutern.
In Österreich und Altbayern wird die Petersilie auch Petersil genannt und in der Schweiz Peterli. Weitere Namen wären: Peterle, Peterling, Petergrün oder Silk. Es gibt aber auch Beterli, Felswurz, Gartenäppich, Paiterling, Pautersille, Peiterzilk, Peterchen, Peterlein und viele weitere regionale Bezeichnungen zu diesem Kraut.

Namen gebend war für die Petersilie, das in dem Samen vorkommenden Inhaltsstoff: die Fettsäure „Petroselinsäure“.

Petersilie enthält mit circa 160 mg auf 100 g vergleichsweise (z. B. Zitrusfrüchte) viel Vitamin C.

Bei den krausen Kulturformen unterscheidet man wieder in 3 Gruppen: in grob bis mittelfein gekrauste (Typ Paramount), in fein bis sehr fein gekraust (Typ Mooskrause) und in farnblättrige Petersilie.

Geschichte

Bereits im antiken Griechenland wurde die Petersilie als heilige Pflanze angesehen und Kränze daraus wurden den Siegern der isthmischen und nemeischen Spielen übergeben.
Die älteste Erwähnung findet das Kraut in der mykenisch-griechischen Linearschrift, die im 15. bis 12. Jahrhundert v. Chr. auf Kreta und dem griechischen Festland Verwendung fand.

Von einem der berühmtesten Ärzte der Antike, Dioskurides, wurde die Petersilie in einer Monografie mit mehr als 1000 Pflanzen ihrer therapeutischen Wirkung hochgeschätzt. Unter anderem aufgrund der wohltuenden Wirkung gegen Nieren- und Blasenbeschwerden.

Erst im Mittelalter wurde in Mitteleuropa die Pflanze als Heilkraut in Klöstern angebaut und daraufhin auch in der Küche eingesetzt.

Aufgrund der Ähnlichkeit zur giftigen Hundspetersilie wurden Sorten mit krausen Blättern gezüchtet. Im Mittelalter glaubte man auch, die Petersilie bringe Unglück. Bei der langen Keimdauer der Pflanzen wurde angenommen, sie müsse siebenmal zum Teufel fahren, ehe sie keimt.

In der Küche

Meist roh oder nur sehr kurz erhitzt, damit sie ihr sonst so typisches Aroma nicht verlieren, werden die Blätter der Petersilie verwendet und sind fester Bestandteil verschiedener Mittelmeerküchen.

Bereits zum Anfang der Garzeit hinzugegeben, verleiht die Petersilie den Brühen und Soßen einen würzigen Grundgeschmack.

Fast alle kalten Gerichte und gebratenes Fleisch werden beispielsweise auch in der türkischen Küche mit gehackter Petersilie garniert. Als Hauptzutat findet es auch in libanesische Salate Anwendung. Ebenso häufig wird es auch im Kaukasus, auf der arabischen Halbinsel und im Iran verwendet, z. B. in Kuku-e-Sabsi, einem Kräuterpfannkuchen.
In der grünen Soße, einem typischen Gericht deutscher Regionalküche, nach Frankfurter sowie auch Kasseler Rezeptur, ist die Petersilie ein Hauptbestandteil.
Auch als Suppe lässt sich das Kraut verarbeiten, indem man sie in Gemüsebrühe kocht und püriert.

Rezept: Chimichurri
Eine scharfe Paste, die hervorragend zu gegrilltem Rindfleisch passt und vor allem in Argentinien und Uruguay sehr beliebt ist. Aus diesen Ländern hat das Chimichurri auch seinen Ursprung.

  • 2 Bund glatte Petersilie
  • 1 Schalotte
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Limette
  • 1 kleine Chili oder Chilipulver
  • Olivenöl
  • getrocknetes Oregano und getrocknetes Thymian
  • grobes Salz und schwarzer Pfeffer

Die Zwiebel und die Petersilie fein hacken, den Knoblauch durch eine Knoblauchpresse drücken oder ebenfalls sehr klein hacken. Alles in einem Mörser unter Zugabe des Limettensaftes gut miteinander vermischen und dann das Olivenöl hinzugeben. Nun sollte eine dickflüssige Masse entstanden sein.
Die Masse mit den Gewürzen und den getrockneten Kräutern vermengen und außerhalb des Kühlschrankes ziehen lassen.
In einem Glas verschlossen, lässt es sich mehrere Tage oder sogar Wochen verwenden.

Rezept: Kuku-e-Sabsi
Ein Kräuterpfannkuchen, den man probiert haben sollte. Für 6 Personen:

  • 1 ½ Bund Petersilie
  • 1 ½ Bund Dill
  • 3 Bund Schnittlauch
  • ½ Bund Koriander
  • 6 Eier
  • 1 gehäufter TL Mehl
  • 1 gehäufter TL Backpulver
  • ½ TL Kurkuma
  • 1 ½ EL Öl
  • Salz und Pfeffer

Die gewaschenen und abgetropften Kräuter fein hacken.

Die Eier in einer Schüssel miteinander verrühren und die Kräuter, Mehl, Backpulver und die Gewürze untermischen. Alles ein wenig ziehen lassen und abermals verrühren.

In einer aufgeheizten, eingefetteten Pfanne 2 EL große Portionen der Kräutereimasse leicht bräunlich braten.

Warm oder kalt servieren und genießen. Zum Beispiel als raffiniertes Sandwich mit Fladenbrot und frischen Tomaten.

Gesundheit

Die Petersilie ist weitaus mehr, als nur eine gern genutzte Dekoration am Tellerrand. Mitunter ist dieses vitalstoffreiche Kraut sogar für die Gesundheit nützlicher als die Speise selbst, die sie zierte.

Dieses Kraut ist reichhaltiger als so manches Nahrungsergänzungsmittel und hat den unschlagbaren Vorteil vollkommen natürlich und außerordentlich günstiger zu sein.

Petersilie reinigt das Blut und lässt Mundgeruch verschwinden.
Die Reichhaltigkeit an Chlorophyll erlaubt es diesem Wunderkraut starke Gerüche (z. B. durch den Verzehr von Knoblauch) entgegenzuwirken. Ebenso hilft es das Blut zu reinigen, neues Blut zu bilden sowie Nieren und Leber bei der Entgiftung zu unterstützen.

Fast sämtliche Vitamine sind in der Petersilie zu finden: Vitamin A, Vitamin B1 bis B6, Vitamin C, Beta Carotine, Folsäure, Vitamin K und vermutlich auch Vitamin B12.
Ebenso liefert Petersilie Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Mangan, Kalium und Schwefel. All dies in bester organischer und damit leicht verwertbarer Qualität.

Neben den Blutreinigenden und Körpergeruch vermindernden Eigenschaften, hilft uns die Petersilie auch bei Sodbrennen, steigert das Leistungsvermögen, bekämpft Erschöpfungszustände, stärkt das Herz, löst Cholesterin in den Venen auf, härtet die Zähne, baut Knochen auf, beugt Geburtsfehlern vor, verbessert die Nährstoffaufnahme, beseitigt das Völlegefühl, reduziert Entzündungen, regt die eigenen Abwehrkräfte an und reguliert das Hormonsystem.

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