{"id":1418,"date":"2018-10-15T09:00:25","date_gmt":"2018-10-15T07:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gasgrill-shop.com\/grill-rezepte\/?p=1418"},"modified":"2024-11-13T14:14:22","modified_gmt":"2024-11-13T12:14:22","slug":"gewuerzlexikon-meerrettich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gasgrill-shop.com\/grill-rezepte\/blog\/2018\/10\/15\/gewuerzlexikon-meerrettich\/","title":{"rendered":"Gew\u00fcrzlexikon: Meerrettich"},"content":{"rendered":"<p>Der Meerrettich geh\u00f6rt zur Familie der Kreuzbl\u00fctengew\u00e4chse. Die Wurzel wird als Gem\u00fcse, Gew\u00fcrz oder in der Pflanzenheilkunde verwendet.<br \/>\nUrspr\u00fcnglich kommt der Meerrettich aus Ost- und S\u00fcdeuropa, wo er Kre(n) oder Kreen genannt wird. Das Wort Kren stammt von dem slawischen krenas, das weinen bedeutet. Eine fr\u00e4nkische Variante ist Kree oder Merch. Weitere Namen sind Meerrettig, M\u00e4hrrettig oder Bei\u00dfwurzel.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Der Meerrettich w\u00e4chst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht eine Wuchsh\u00f6he von 50 bis 120 cm, selten auch mal 200 cm. Er ist eine winterharte Pflanze und h\u00e4lt sogar Temperaturen von -50\u00b0C aus. Die Wurzel kann im moorigen oder sandigen Boden eine L\u00e4nge von bis zu 60 cm erreichen.<\/p>\n<p><strong>Geschichte<\/strong><\/p>\n<p>Der Meerrettich war schon in der Antike bekannt. Schon Cato befasste sich in seinen Abhandlungen mit dem Anbau der Pflanze. Urspr\u00fcnglich stammt der Meerrettich vermutlich aus Moldau. Durch die slawischen V\u00f6lker wurde er von dort aus nach Mitteleuropa gebracht und verbreitet.<br \/>\nErst seit dem Mittelalter soll der Meerrettich auch in Deutschland angebaut worden sein. Zun\u00e4chst wurde er als Heilpflanze und Gew\u00fcrz eingesetzt.<\/p>\n<p><strong>In der K\u00fcche<\/strong><\/p>\n<p>Die Meerrettichwurzel ist in unverarbeitetem Zustand geruchlos, erst, wenn sie geschnitten oder gerieben wird, verstr\u00f6mt sie einen stechenden und zu Tr\u00e4nen reizenden Geruch. Vor der leichten Erh\u00e4ltlichkeit von Pfeffer waren Meerrettich und Senf die einzigen scharfen Gew\u00fcrze der deutschen K\u00fcche und fanden entsprechend viel Anwendung. Bei Trocknung oder Kochen der Wurzel verliert diese gr\u00f6\u00dftenteils ihr fl\u00fcchtiges \u00d6l und damit auch ihren scharfen Geschmack.<\/p>\n<p>Meerrettich wird heute unter anderem zu ger\u00e4uchertem Fisch, Tafelspitz, Sauerfleisch, Roastbeef, Schinken und Frankfurter sowie Wiener W\u00fcrstchen serviert. Ein beliebter Brotaufstrich ist mit Meerrettich gew\u00fcrzter Quark oder Frischk\u00e4se. Oft l\u00e4sst sich Meerrettich mit Sahne verarbeitet als Sahnemeerrettich kaufen.<br \/>\nOft wird er auch zu Meerrettichsenf oder Preiselbeer-Sahnemeerrettich zu Wild serviert und gilt als klassische Beilage, vor allem in Franken, Hessen und der Lausitz, als Meerrettichso\u00dfe zu gekochtem Rindfleisch.<br \/>\nAuch die gr\u00fcnen Triebe lassen sich angebraten in der Pfanne als Gem\u00fcsesnack verzehren oder mit hei\u00dfem Wasser aufgegossene Seitenwurzeln als Meerrettichtee trinken.<\/p>\n<p><em><strong>Als Grillmarinade:<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li>2 EL Meerrettich zB. Sahnemeerrettich<\/li>\n<li>2 EL Ketchup<\/li>\n<li>1 1\/2 ELChili\u00f6l<\/li>\n<li>2 EL Senf<\/li>\n<li>1 TL Honig<\/li>\n<li>2 TL Salz<\/li>\n<li>1 TL Curry<\/li>\n<li>1 TL wei\u00dfen Pfeffer<\/li>\n<li>1 TL Knoblauchpulver\/-granulat<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alles zusammenmischen und das Fleisch dick damit einreiben und mehrere Stunden gek\u00fchlt ziehen lassen.<\/p>\n<p><strong>Heilwirkung<\/strong><\/p>\n<p>Im Mittelalter wurde der Meerrettich gegen eine ganze Liste von Krankheiten verwendet. Dabei fand er h\u00e4ufiger eine \u00e4u\u00dfere Anwendung, da er als reizendes und hauterr\u00f6tendes Mittel verwendet wurde, um z.\u00a0B. Skorbut zu behandeln. In gr\u00f6\u00dferen Mengen gegessen galt Meerrettich als n\u00fctzlich gegen Vergiftungen, da er das Erbrechen f\u00f6rderte. Wie Senf wurde er gegen Verdauungsbeschwerden, Skorbut, Wassersucht, Amenorrh\u00f6 und bei Wechselfieber benutzt. Dazu wurde die Wurzel gerieben\/gepresst l\u00f6ffelweise verabreicht.<\/p>\n<p>Heutzutage wird Meerrettich verwendet, um Abwehrkr\u00e4fte zu st\u00e4rken und vor Erk\u00e4ltungskrankheiten zu sch\u00fctzen. Er enth\u00e4lt viel Vitamin C und wirkt kreislaufanregend, hustenl\u00f6send und wird \u00e4u\u00dferlich als Breiumschlagen gegen Rheuma, Gicht, Insektenstichen, Ischias und anderen Nervenschmerzen angewandt. Auch bei Kopfschmerzen kann er helfen. Dazu muss man ein wenig Duft des geriebenen Meerrettichs einatmen, wodurch leichte Verspannungen gel\u00f6st werden.<br \/>\nWissenschaftlich belegt ist die antimikrobielle Wirkung der sogenannten Senf\u00f6le im Meerrettich.<\/p>\n<p><strong>Aberglaube<\/strong><\/p>\n<p>Man sagt dem Meerrettich heilende Kr\u00e4fte nach &#8211; Kinder trugen fr\u00fcher \u00f6fter auf dem Land eine Halskette, die aus geschnittenen aufgef\u00e4delten Scheiben einer Meerrettichwurzel hergestellt war. Legt man zudem Scheiben rohen Meerrettich in den Geldbeutel, soll dieser niemals leer werden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Meerrettich geh\u00f6rt zur Familie der Kreuzbl\u00fctengew\u00e4chse. Die Wurzel wird als Gem\u00fcse, Gew\u00fcrz oder in der Pflanzenheilkunde verwendet. Urspr\u00fcnglich kommt der Meerrettich aus Ost- und S\u00fcdeuropa, wo er Kre(n) oder Kreen genannt wird. Das Wort Kren stammt von dem slawischen krenas, das weinen bedeutet. Eine fr\u00e4nkische Variante ist Kree oder Merch. 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